Rede des Bürgermeisterkandidaten Gosch

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Hier drucken wir die Rede des neuen Bürgermeisterkandidaten Christian Gosch anläßlich seiner Nominierung ab:

Liebe Genossinnen liebe Genossen, Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde, liebe Gäste von der Presse,

ich möchte euch einleitend darüber berichten, wie es dazu kam, dass ich mich heute hier zur Wahl stelle und Bürgermeisterkandidat der SPD Altena werden möchte.

Als Lutz mich ansprach, ob ich in Altena Bürgermeisterkandidat der SPD werden wolle, hatte ich mir eine Woche Bedenkzeit erbeten, um darüber nachzudenken. Völlig ergebnisoffen bin ich dann drei Tage später, am 18.01.2014 zur Klausurtagung gefahren, und ehrlich gesagt, danach war die Entscheidung im Wesentlichen schon gefallen. Ich durfte an diesem Tag nämlich die Kandidatinnen und Kandidaten der Wahlkreise und auch weitere Mitglieder des Ortsvereins Altena kennenlernen. Engagiert, sachlich und mit dem Herz am rechten Fleck, das Beste für die Ortsteile und für Altena wollend, habe ich euch kennengelernt. Dabei hart, aber immer fair an der Sache argumentierend, mit dem Willen, eine vernünftige und für alle sachgerechte Lösung zu erarbeiten.

Das ist, auch auf kommunaler Ebene, nicht unbedingt allerorts der Fall, obwohl es wünschenswert ist. Es soll ja auch Kommunalpolitiker geben, die ihr Parteibuch mit zu erwartenden Entscheidungen über Sachfragen wechseln, und wo SPD draufsteht, ist dann auf einmal schwarz drin.

Aber zurück zu meinem persönlichen Entscheidungsprozess: Das letzte Quentchen, das zu einem „Ja“ gefehlt hatte, ergab sich in Gesprächen mit meiner Frau Stefanie, die heute anwesend ist. Sie wird uns unterstützen, dafür hat sie bereits ihre Bereitschaft erklärt. Liebe Stefanie, ich bin froh Dich an unserer Seite zu wissen.

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, ihr müsst eines über mich wissen: Wenn ich etwas mache, dann mache ich es mit vollem Einsatz. Und dann hoffe, aber erwarte ich auch, dass alle geschlossen hinter mir stehen.

Die Woche Bedenkzeit hatte ich mir auch deshalb erbeten, weil sich, im Falle einer erfolgreichen Kandidatur, ab heute mein Leben nachhaltig verändern wird. Meine ehrenamtlichen Tätigkeiten bspw. im Sportverein als Abteilungsleiter oder auch im Schützenverein werden hin und wieder hinten anstehen müssen. Auch die Arbeit im Ortsverein der SPD Hemer werde ich zurückstellen müssen.

Aber, diese Entscheidung habe ich für mich nun getroffen, und ich bin jetzt hier, um mit euch, für Altena und seine Stadtteile eine vernünftige Politik zu betreiben und den Menschen aufzuzeigen, dass die SPD Altena eine echte Alternative zur Mehrheitsfraktion der CDU ist und ich eine vernünftige und echte Alternative zum amtierenden Bürgermeister bin.

Mit einer Politik, die die Interessen der heimischen Wirtschaft und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und der Stadtteile, in denen sie leben, wahrnimmt und berücksichtigt.

Aber auch das gehört zur Wahrheit: Der Gestaltungsspielraum, den Politik und Altena haben, ist gering. Denn, da erzähle ich euch nichts neues, die Haushaltssituation entspricht allem anderen als einer blühenden Landschaft. Man führe sich vor Augen: Seit 2005 und der erstmaligen Bilanzierung nach dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement wurden rund 59 Millionen Euro aufgebraucht. Gestartet bei rund 53 Millionen im Haben, angelangt in 2013 in einem Soll von über 6 Millionen Euro.

Liebe Genossinen und Genossen, liebe Freundinnen liebe Freunde: In Anbetracht solcher Zahlen, kann es für die Zukunft von Altena nicht mehr heißen: „Weiter so, läuft doch!“ Laufen tut es immer, die Frage ist nur, wohin es sich bewegt. Es sind Weichen zu stellen, die uns auf das Gleis bringen an dessen Ende auch ein Ziel liegt.

Das Ziel bei jeder zukünftigen Entscheidung muss sein, Altena dahin zuführen, dass Altena wieder Gestaltungsspielräume hat.

Ein Wechsel ist notwendig, liebe Freundinnen und Freunde. Denn wenn der Mangel zum Programm wird, dann regiert auch ein Mangel an Ideen und Kreativität.

Ein Beispiel hierfür ist die Schließung des Grundschulstandorts Evingsen. Ich kann doch nicht dahergehen und eine Schule schließen, ohne mir auch nur im Ansatz Gedanken über eine wirtschaftliche Nachnutzung oder eine mögliche Verwertung der Liegenschaft gemacht zu haben. Die Kosten für Instandhaltung laufen weiter. Ob mit oder ohne Schülern.

Durch die vorschnelle Festlegung auf den Standort Evingsen beraubt man sich im Übrigen auch eines Gestaltungsspielraums. Wenn Gestaltungsspielräume aber ohnehin so rar gesät sind, dann ist es fahrlässig, die wenigen Möglichkeiten die man hat, nicht zu nutzen.

Liebe Freundinnen und Freunde, das ist so planlos, als wolle man ein Haus bauen, und man fängt beim Dachstuhl an. Und am Ende des Arbeitstages herrscht dann plötzlich große Verwunderung darüber, warum der Fuß wehtut. Man schaut nach unten und muss feststellen, dass einem das Dach auf die Füße gefallen ist.

Vor diesem Hintergrund klingt es schon ziemlich hilflos, wenn man uns vorhält, wir hielten uns im Vagen, im Nebulösen und würden keine Vorschläge machen und nicht konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten. Von „Nebelkerzen“ und „Sand in die Augen streuen“ war da die Rede.

Liebe Freundinnen und Freunde, das ist schlichtweg nicht richtig. Auf die wirtschaftlichen Aspekte dieser Entscheidung hat die SPD Altena, abseits der sonst noch zu klärenden Fragen, wie die Schulkonferenz entscheiden wird und was dem Bürgerwillen in dieser Sachfrage entspricht, stets und mit guten Argumenten hingewiesen! Wir haben immer gesagt: Ja, wir sehen die Erforderlichkeit auf Grund des demografischen Wandels, den auch wir nicht hinweg diskutieren können, die Schullandschaft zu überprüfen und möglicherweise neu zu organisieren.

Aber das können wir nur in Kenntnis aller, aber auch wirklich aller Fakten. Unsere Fragen zur Erlangung dieser Fakten zu diesem Themenkomplex blieben bis heute unbeantwortet. Auf unseren Antrag vom 10.02.2014 möchte ich verweisen. Da sind nämlich die für uns noch zu klärenden Fragen, die angeblichen „Nebelkerzen“, schwarz auf weiß nachzulesen. Und dann, aber auch nur dann, wenn alle für uns wesentlichen Fragen beantwortet sind, dann treffen wir eine verantwortungsbewusste Entscheidung. Und zwar eine Entscheidung mit Augenmaß und wirtschaftlicher Weitsicht!

Liebe Freundinnen und Freunde, wir machen keine Politik mit Polemik, sondern mit Argumenten! Und wenn ich lesen muss, ob wir die Entscheidung des Rates nach der Wahl rückgängig machen wollen, dann kann ich nur sagen: Wenn die Wählerinnen und Wähler uns den Gestaltungsauftrag erteilen sollte, mit einer Mehrheitsfraktion der SPD und einem SPD-Behördenleiter, dann werden wir als erstes unsere Fragen aus unserem Antrag vom 10.02.2014 bearbeiten lassen.

Und dann, in Kenntnis aller Fakten, werden wir die beste Lösung unter Berücksichtigung aller Umstände verantwortungsbewusst finden. Wir werden es uns also ergebnisoffen anschauen. Und sollten wir dann der Ansicht sein, dass die getroffene Entscheidung den Schulstandort Evingsen zu schließen falsch war, dann werden wir selbstverständlich diese falsche Entscheidung, die wir im Übrigen auch nie mitgetragen haben, rückgängig machen.

Aber liebe Freundinnen und Freunde, Altena besteht, da erzähle ich Euch sicherlich nichts Neues, nicht nur aus Schulen. Und wenn unsere jungen Menschen ihre Schullaufbahn erfolgreich abgeschlossen haben, dann brauchen sie Arbeitsplätze. Genauso wie unsere Unternehmer in Altena umgekehrt qualifizierten Nachwuchs benötigen. Ich möchte deshalb die heimische Wirtschaft als verlässlichen Partner für die Stadt Altena und seine Menschen gewinnen!

Engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich in ihrer Stadt wohlfühlen, sich mit ihr verbunden fühlen und für sich, ihre Familie und ihr Unternehmen hier eine Zukunft sehen, sind eine unabdingbare Voraussetzung für das Prosperieren einer Stadt.

Liebe Genossinnen und Genossen: Ja, da stehen wir zu. Diese Erkenntnis ist auch bei uns schon lange angekommen, obwohl häufig versucht wird, uns diese Erkenntnis abzusprechen. Liebe Freundinnen und Freunde: Unternehmen leisten einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl. Es werden Arbeitsplätze geschaffen und in der Zukunft hoffentlich in Altena auch erhalten. Und, das wäre mein Wunsch und hierfür möchte ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten einsetzen, in der Zukunft auch geschaffen. Hier hat die SPD Altena eine klare Meinung und auch ich habe dazu eine klare Meinung!

In den nächsten Wochen werde ich daher auf die Altenaer Unternehmerinnen und Unternehmer zugehen und würde mich freuen, Einladungen zu konstruktiven Gesprächen zu erhalten. Und auch in der Zeit nach meiner Wahl zum Bürgermeister, werde ich ein verlässlicher Ansprechpartner sein, und dass nicht nur für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer, sondern für alle Menschen in Altena.

Ein verlässlicher Ansprechpartner möchte ich auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sein. Wenn sich in dieser Stadt etwas ändern soll, dann geht das nicht ohne das Know-How und die Tatkraft jedes einzelnen Beschäftigten der Stadtverwaltung. Verlässlichkeit schafft Vertrauen. Vertrauen schafft ein gutes Arbeits- und Betriebsklima. Ein gutes Arbeits- und Betriebsklima ist der Nährboden für Einsatzbereitschaft, Tatkraft und Kreativität. Eine Einsatzbereitschaft, Tatkraft und Kreativität, welche Altena in der Zukunft noch nötiger haben wird und voranbringen wird.

Wir, liebe Freundinnen und Freunde, sowohl die SPD als auch ich, sind eine echte Alternative für Altena!

Zahlen von vorangegangenen Wahlen, die gerne zitiert werden, das musste ich anhand der Berichterstattungen über meine Person und der heutigen Kandidatur in den letzten Tagen feststellen, interessieren mich nicht im Geringsten. Ich kenne, und vor allem kannte ich die Zahlen, bevor ich Lutz als auch Irmgard mitgeteilt habe: „Ja, ich mache es.“ Glaubt mir, ich werde davor nicht in Ehrfurcht erstarren! Denn wisst ihr, ich bin aktiver Sportler. Und daher weiß ich eines mit Sicherheit sehr genau: Jedes, aber auch wirklich jedes Spiel fängt bei Null an!

Was interessiert mich die Vergangenheit, wenn ich die Zukunft nur in der Gegenwart gestalten kann? Ich bin nicht der Herausforderer von damals, und die SPD Altena ist nicht die selbe wie damals.

Ich habe mir vorgenommen, in den nächsten Wochen mit möglichst vielen Menschen in Altena ins Gespräch zu kommen. Sie sollen die Möglichkeit haben kennen zu lernen, wer ich bin und wie ich bin, was wir wollen und was sie von uns und von mir zu erwarten haben.

Ich habe vor, gemeinsam mit unserem Landratskandidaten Lutz Vormann in die Unternehmen zu gehen, um mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und mit ihren Betriebsräten ins Gespräch zu kommen.

Ich habe vor, mit Euch gemeinsam zu den Menschen in Eure Wahlbezirke zu gehen, um mich vorzustellen und um zuzuhören, wo der Schuh drückt. Ich habe vor, mich mit den Seniorinnen und Senioren zusammen zu setzen, um zu erfahren, wie wir unsere Stadt auch für Seniorinnen und Senioren attraktiv und aktiv gestalten können. Ich habe vor, zu den jungen Familien zu gehen, um mit ihnen über ihre Zukunft in Altena zu reden und um zu erfahren, wie sie ihre Zukunft in Altena sehen.

Und liebe Freundinnen und Freunde, zum Schluss meiner Rede möchte ich etwas stellen, was mir besonders wichtig ist. Denn die Dinge, die man am Schluss sagt, bleiben in der Regel am besten in Erinnerung:

Liebe Altenaer Bürgerinnen und Bürger: Nehmen Sie dieses Angebot zum Dialog an! Darüber würde ich mich freuen.

Liebe Genossinnen und Genossen, ich bedanke mich für eure Geduld, lasst es uns ab jetzt gemeinsam anpacken!

Vielen Dank und Glück auf!

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